Aktion Landwirtschaft

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Ehrenamtliche von Greenpeace München und Moosburg machen am Samstagvormittag, einen Tag nach dem internationalen Tag der biologischen Vielfalt, auf die Folgen jahrelanger katastrophaler Landwirtschaftspolitik und industrieller Landwirtschaft aufmerksam. Unter erschwerten Corona-Schutz-Bedingungen haben wir am Rotkreuzplatz mit Schildern und Informationsbriefen auf den Beitrag der industriellen Landwirtschaft zur Schädigung der Ökosysteme hingewiesen.

 „Die jahrzehntelange Politik des Wachsens oder Weichens hat eine auf Effizienz getrimmte Landwirtschaft hervorgebracht, in der Vielfalt nur ein Störfaktor ist. Für Feldblumen, Biene, Hase oder Feldhamster ist da kein Platz mehr. Die industrielle Landwirtschaft ist nachweislich einer der Hauptverursacher des katastrophalen Verlusts der Artenvielfalt.“, so Beatrix Fuchs von Greenpeace München.

 Doch es ist nicht nur der erschreckend starke Rückgang der Biodiversität, der bei Wissenschaftlern und Umweltschützern Alarm auslöst. Die industrielle Landwirtschaft hat auch eine Mitverantwortung bei Klimaerhitzung, sowie Schädigung und Zerstörung von Gewässern und Böden. Der Einsatz von Antibiotika in den Ställen und Pestiziden auf den Äckern ist bedenklich hoch.

 Mike Manhart von Greenpeace Moosburg verweist auf die Rolle der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP), mit der jährlich 58 Milliarden Euro Unterstützungsgelder an die Landwirte verteilt werden. „70 Prozent der Fördermittel werden nach Flächenbesitz verteilt. Damit werden in erster Linie Großbetriebe gefördert, die Umwelt- und Tierschutz oft den wirtschaftlichen Interessen unterordnen. Gleichzeitig müssen sich immer mehr landwirtschaftliche Kleinbetriebe dem Preisdruck beugen und aufgeben. Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden und der Großteil der Steuergelder nach Gemeinwohl-Interessen und ökologischen Gesichtspunkten verteilt werden.“

 In Brüssel wird derzeit die Neuverteilung der Gelder für die kommenden sieben Jahre verhandelt. Greenpeace International fordert eine Neuausrichtung und macht deutlich, dass die Zeit drängt, um eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

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Kampagne auf Greenpeace Deutschland