Infostand Fleisch tötet Klima

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Fleisch tötet Wald und Klima – Greenpeace Moosburg fordert klimafreundliches Angebot in städtischen Kantinen

Moosburg, 12.10.2019 – Wie unsere Ernährung zu Klimakrise und Waldzerstörung beiträgt, darüber informierte Greenpeace heute in über 50 Städten, darunter auch in Moosburg. Insbesondere die Fleischproduktion ist mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden – auch, weil für den Anbau von Soja-Futter in Südamerika wertvolle Wälder wie der Amazonas-Regenwald zerstört werden. „Ohne eine Ernährungswende können wir Klima und Wälder nicht schützen“, sagt Christian Mayer von Greenpeace Moosburg. „Die Städte müssen mit gutem Beispiel vorangehen und das Angebot in den öffentlichen Kantinen klimafreundlicher machen. Das heißt: mehr Bio und weniger Billigfleisch aus Massentierhaltung.” Am Greenpeace-Infostand können Interessierte dazu an einer Meinungsumfrage teilnehmen, deren Ergebnis der Stadt übergeben werden wird.

Unterstützung in dieser Debatte kommt aus der Wissenschaft 65 Wissenschaftler aus elf Ländern wiesen am 3. Oktober mit einem Offenen Brief auf die Notwendigkeit hin, den Fleischanteil in öffentlichen Kantinen zu reduzieren (https://scientists4lessmeat.org). Rund 15 Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit sind mit der Tierhaltung verbunden. Das entspricht etwa dem CO2-Ausstoß des Transportsektors. In den Klimaplänen der Bundesregierung und vieler deutscher Städte spielen Ernährung und Tierhaltung jedoch bisher kaum eine Rolle.

Greenpeace Moosburg fordert deshalb die Stadt auf, Verantwortung zu übernehmen und die öffentliche Verpflegung auf 100% Bio mit stark reduziertem Fleischanteil umzustellen. Beispiele wie Kopenhagen zeigen, dass eine Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung binnen weniger Jahre gelingen kann.

Amazonas-Brände sind ein Warnsignal

Wie der wachsende globale Fleischkonsum mit der Vernichtung wertvoller Ökosysteme zusammenhängt, haben die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald gezeigt: Rund 43.572 Quadratkilometer – eine Fläche so groß wie die Schweiz – sind 2019 bis Ende August im Amazonas abgebrannt. “Neben dem Engagement der Städte brauchen wir auch Maßnahmen auf EU- und Bundesebene, um die Fleischproduktion zu senken”, sagt Mayer. Greenpeace fordert deshalb, die Tierhaltung deutlich zu reduzieren und EU-Agrarsubventionen an Umwelt- und Klimakriterien zu binden. Ein Lieferkettengesetz sollte  sicherstellen, dass deutsche Unternehmen für zerstörerische Praktiken in ihrer Lieferkette haftbar gemacht werden könnten – das würde auch Produkte aus Waldzerstörung wie Soja oder Palmöl betreffen. Interessierte, die dieses Anliegen unterstützen möchten, konnten am Infostand eine Unterschriftenliste unterzeichnen.