VOLKSBEGEHREN ARTENVIELFALT

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Liebe Freundinnen und Freunde,
am 3. Januar 2019 haben sich auch im Landkreis Freising zahlreiche Verbände und Parteien zum Aktionsbündnis „Rettet die Bienen“ zusammen geschlossen, welches das primäre Ziel einer guten Information und Unterstützung der Bevölkerung anlässlich des gleichnamigen Volksbegehren hat.


Ziele des Volksbegehrens

Über die Dringlichkeit des Volksbegehrens wurde in den vergangenen Wochen ja schon Einiges berichtet, aber die wesentlichen Alarmfaktoren seien auch an dieser Stelle nochmal
 kurz angesprochen: In Bayern sind viele Tier- und Pflanzenarten massiv in ihrem Bestand
 gefährdet oder sterben sogar vollständig aus. Allen voran Insekten mit einem aktuellen Schwund von 75%. Betroffen davon auch alle Insektenfresser, insbesondere viele Vogelarten. Die wichtigste Ursache hierfür ist die Vernichtung natürlicher Lebensräume, z.B. blühender Wiesen, welche die Insekten zur Nahrungssuche und Fortpflanzung benötigen. Aufgrund eines galoppierend voranschreitenden Flächenverbrauchs - aber auch und vor Allem durch die intensive Landwirtschaft: häufige und immer früher durchgeführte Mahd von Wiesen, der Einsatz von Pestiziden, eine starke Überdüngung, das Umbrechen von Wiesen in Ackerfläche sowie das Entfernen bzw. Dränieren von wichtigen Lebensräumen wie Hecken, Alleen und kleinen Feuchtgebieten. Das aktuell initiierte Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat daher einen deutlich weitreichenderen Ansatz, als es der Titel vermuten lässt: nämlich den fortschreitenden Rückgang der Arten zu stoppen! Dazu soll das bayerische Naturschutzgesetz in wesentlichen Teilen reformiert, also an die aktuellen Bedürfnisse angepasst und damit entscheidend verbessert werden.

Die sechs Hauptanliegen sind:

1.
Mehr Biotopverbunde, um die durch Straßenbau, Ackerflächen und Zersiedelung heute kaum noch vorhandenen und nicht mehr verbundenen lokalen Lebensräume von Insekten – zumindest in Teilen - wieder zusammenhängend zu machen.
             
2.
Mehr Nachhaltigkeit bei der Ausbildung und Förderung von Landwirten, weit über das heute übliche, rein effizienzgetriebene „Smart Farming“ hinaus, damit diese wieder mehr über die Folgen, Zusammenhängen  und Risiken Ihres Wirtschaftens für Mensch und Natur verstehen.
             
3.
Mehr Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger, damit die stetige Sorge um eine zukunftsfähige Umwelt zur Chef-Aufgabe des bayerischen Landtags wird und nicht nur wie heute – über Umweltverbände und die Medien thematisiert wird: Jährlicher Statusbericht der Staatsregierung über den Zustand der Arten und der Natur.
             
4.
Mehr ÖKO, mehr BIO: Der Irrweg einer rein export-orientierten Landwirtschaft als einer der Verursacher des heute zu beobachtenden dramatischen Artenrückgangs muss gestoppt werden. Ziel des Volksbegehren ist es deshalb, den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen in Bayern von heute ca. 10% bis zum Jahr 2025 zu verdoppeln und bis zum Jahr 2030 zu verdreifachen.
             
5.
Mehr Blühwiesen – nämlich 10% der Naturflächen. Denn sie sind überlebenswichtige Futterquellen für Insekten und Bienen und müssen vielfältig und durchgängig zur Verfügung stehen. Die heute anzutreffenden Raps-Monokulturen und zu häufig gemähten „Löwenzahn-Wiesen“, bescheren Insekten und deren Fresser, den Vögel hingegen anhaltende Hungerperioden.
             
6.
Weniger Pestizide, vor Allem keine gefährlichen Neonicotinoide mehr und weniger „Bayer/Monsanto“ Pflanzenschutz. Denn die Artenvielfalt wird dadurch ebenso ruiniert, wie die Gesundheit der Bauern. Ökolandbau, robuste Saaten und gesunder Boden bringen in unseren Breiten genügend Ertrag, um zukünftig auch ohne diese  gefährlichen Auswüchse der chemischen Landwirtschaft klar zu kommen.


Wenn ihr helfen wollt, könnt Ihr Euch gerne an uns oder ein Aktionsbündnis in eurer Nähe wenden. Die Koordinationsstelle (Tel. 08161-12266 bzw. bienen-retten@imkreisfs.de) steht für weitere Fragen zur Verfügung. Gesucht werden beispielsweise Rathauslotsen, die die Bevölkerung ermuntern sollen, ihr jeweiliges Rathaus aufzusuchen.